Die Rolle der Eltern aufwerten

Kinder und Beruf lassen sich nicht so leicht miteinander verbinden, wie wir annehmen. Die Berufstätigkeit beider Eltern verursacht einen enormen Stress für die ganze Familie und häufigere Erkrankungen der Kinder zwingen viele Eltern, früher oder später teils oder ganz aus dem Beruf auszusteigen. Dadurch entstehen erhebliche finanzielle Einbußen für Eltern sowie deutliche Verminderung ihrer Rentenansprüche. Nicht selten müssen Eltern um ihre bloße Existenz kämpfen.

Wir Mütter und Väter setzen uns für ein Erziehungsgehalt ein, damit die Familie wieder finanzierbar ist und die gravierende Benachteiligung der Eltern ausgeglichen wird.

Eltern tragen den Großteil der Kosten der Kindererziehung, während die Früchte dergleichen - die Versorgung im Alter - über die Rentenversicherung auf alle verteilt werden. Dabei entstehen für die Eltern wesentlich niedrigere Rentenansprüche als für Kinderlose und somit werden Eltern noch einmal benachteiligt. Insbesondere Alleinerziehende sind stark von einer völligen Verarmung bedroht, denn nach einem Jahr Elterngeld steht ihnen kein Einkommen zur Verfügung.Die Armutsfalle ist vorprogrammiert.

Die Zeiten haben sich sehr geändert, aber die Gesetze sind die alten geblieben. Dies muss sich ändern.

 

Familie und Beruf - JA
Aber nicht gleichzeitig, sondern nacheinander!

Heute stehen uns an die 50 Berufsjahre zur Verfügung. Daher sollte es möglich sein, für 5, 10 oder 15 Jahre aus dem Beruf teils oder ganz auszusteigen und unseren Kindern eine Erziehung zu schenken, die wir selbst gerne genossen hätten.

In dieser Zeit müssen Eltern ein Erziehungsgehalt erhalten, das die entgangenen Einkommen entsprechend ausgleicht - s. unser Vorschlag des Erziehungsgehalts weiter unten. Ebenfalls muss es den Eltern später möglich sein, in ihren Beruf zurückzukehren. Dies ist heute insbesondere in hochqualifizierten Berufen kaum möglich!

Wir benötigen ebenfalls mehr Teilzeitarbeit und Home-Office, damit die Berufstätigkeit dem Alter der Kinder besser angepasst werden kann. Auch Arbeitgeber brauchen die nächste Generation von Mitarbeitern und dürfen keinen Raubbau an sozialen Strukturen betreiben. Ein Wiedereinsteiger lässt sich viel schneller einarbeiten, als ein Neueinsteiger ausbilden.

Außerdem gewinnen Eltern durch die Kinderbetreuung an sozialen Kompetenzen wie Teamarbeit, Einfühlungsvermögen, Verhandlungsgeschickt, Zukunftsblick, Verantwortung für das Ganze und viel mehr, die wir in unserer Arbeitswelt dringend benötigen.

Warum sollte die Fremdbetreuung in Ganztagskrippen, Ganztagskindergärten und Ganztagsschulen völlig einseitig mit Milliarden Euro subventioniert werden und die Eltern gleichzeitig völlig leer ausgehen?

Wenn wir alle Zuschüsse vom Bund, Land und Gemeinden zusammenzählen, kostet ein Kitaplatz zwischen 2.000 und 3.500 Euro pro Kind und Monat. Diese Kosten trägt die Gesellschaft. Warum sollten wir statt der öffentlichen Kinderbetreuung nicht die Familie subventionieren und gleichzeitig die Eltern ausbilden und unterstützen, damit die Qualität der Kinderbetreuung in der Familie steigt?

90 Prozent der Familien leisten eine hochwertigere Kinderbetreuung als Krippen und Kitas. Bei etwa 10 Prozent der Familien ist die öffentliche Betreuung von Vorteil, welches mit der Ausbildung der Eltern und deren intensiver Unterstützung gelöst werden könnte. Die Herausnahme der Kinder aus der Familie, die traumatisierende Folgen für alle Beteiligten hat, könnte so weitgehend vermieden werden.

Viele Paare sehen die enorme finanzielle Belastung der Eltern samt dem Verarmungsrisiko im Alter und verzichten lieber auf die Elternschaft. So kommt es zu niedrigen Geburtenraten, die unser ganzes Sozialsystem in eine deutliche Schieflage bringen. Die Lösung ist einfach:

Wir brauchen ein Erziehungsgehalt für Mütter bzw. erziehende Väter!

 


Eltern auf Ihre Aufgabe vorbereiten

Überholte Erziehungsmuster, Unsicherheit und Angst vor Fehlern beherrschen oft die Familie. Liebe, Zuneigung und Geborgenheit kommen oft zu kurz. Um Kinder zu verstehen, ist es oft nötig, die eigene Entstehungsgeschichte aufzuarbeiten, die eigene Erziehung zu hinterfragen und die eigene Persönlichkeit zu optimieren. Umfangreiche Kenntnisse in Pädagogik und Coaching sind hier unerlässlich und sollten bei der Vorbereitung der Eltern vermittelt werden.

Ein Kind optimal auf das Erwachsensein vorzubereiten, ist eine sehr komplexe und verantwortungsvolle Aufgabe, die einem ständigen Wandel unterliegt. Dieser Prozess bedarf einer hohen Aufmerksamkeit, Einfühlungsvermögen und Zeit. Daher ist es elementar wichtig, dass Eltern sich diese erforderliche Zeit für ihre Kinder nehmen können und dass sie über das notwendige Wissen verfügen.

 

Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit

Die Betreuung von fremden Kindern ist als verantwortungsvolle Erwerbstätigkeit anerkannt. Genauso anspruchsvoll ist aber auch die Betreuung der eigenen Kinder durch ihre Eltern. Bei Tageseltern, Pflegeeltern, Tagesstätten, Kinderheimen - überall wird die Kinderbetreuung entlohnt, nur bei den Eltern nicht. 

Die gleiche Tätigkeit wird mit zwei völlig unterschiedlichen Maßstäben bewertet! Selbst die Betreuung von älteren Menschen und Pflegebedürftigen wird durch die Pflegeversicherung entlohnt - warum nicht die Pflege der eigenen Kinder? Das ist eine Diskrepanz, die wir beseitigen müssen, denn es ist nicht wegzudiskutieren, dass die Kinderbetreuung eben Arbeit macht. Und von der Qualität dieser Arbeit hängt die künftige Entwicklung unserer Gesellschaft ab.

 

Wer soll das bezahlen?

Das Geld ist bereits da, es wird nur anders ausgegeben! Wir könnten ab sofort allen Müttern bzw. Vätern ein existenzsicherndes Erziehungsgehalt gewähren und dabei noch den Staatshaushalt entlasten!

200,3 Milliarden Euro jährlich fließen in die Familienpolitik und kommen kaum in der Familie an. Es gibt ca. 160 verschiedene Leistungen wie Erziehungsgeld, Betreuungsgeld, Bildungsgutscheine, Oma/Opa-Bonus, Tagesmütter-Zuschüsse, Förderung der Ganztagskrippen, -kitas und -schulen etc., das alles kompliziert berechnet und mit hohen Verwaltungskosten verbunden. Wenn wir alle diese Leistungen zusammenfassen und ein einheitliches Erziehungsgehalt direkt an Mütter bzw. Väter auszahlen, schaffen wir eine existenzielle Grundlage für Eltern, die sich dann frei entscheiden können, ob sie ihre Kinder selbst betreuen möchten oder in die Fremdbetreuung geben würden. Eine echte Wahlfreiheit würde entstehen.

Eltern könnten dann nach der Reife des Kindes und den Gegebenheiten vor Ort frei und ohne existenziellen Zwang entscheiden, ob ein Kind zu Hause betreut wird oder in die Kita kommt. Berufstätige Eltern können das Erziehungsgehalt auch für eine Tagesmutter verwenden...

 

Laut verschiedener Statistiken kommt jeder Euro, den die Eltern bekommen, zu 90 Prozent bei den Kindern an. Dem Staat müsste man das 25zigfache geben, damit ein Euro bei den Kindern ankommt. Dies ist auch unsere heutige Realität...

 

Darüber hinaus geben Eltern ihr Einkommen zu 90 Prozent vor Ort aus. Damit fließt es fast vollständig in den Konsum und somit in die Wirtschaft vor Ort. Ein sozialversicherungs- und steuerpflichtiges Erziehungsgehalt bedeutet automatisch einen Wirtschaftsboom und Mehreinnahmen für den Staat wie für die Sozialversicherungen - direkt wie indirekt. Auch der Arbeitsmarkt würde sich entspannen und viele Sozialleistungen könnten eingespart werden.

Insgesamt ist das Geld bereits da - s. Berechnungsbeispiel. Das Erziehungsgehalt wir uns allen Vorteile bringen bei gleichzeitiger Steigerung der Lebensqualität für alle: für unsere Kinder, für unsere Familien und auch für die Kinderlosen, denn auch sie brauchen intakte Sozialsysteme, die ohne Kinder nicht möglich sind. 

 

 

Unser Vorschlag:

A.  Ein Erziehungsgehalt für alle Mütter bzw. Väter in Höhe von
1.800 Euro brutto monatlich bis zum 3. Lebensjahr, 1.000 Euro bis zum 7. Lebensjahr und 500 Euro bis zum 16. Lebensjahr jedes Kindes, maximal jedoch insgesamt 1.800 Euro monatlich (voll sozialversicherungs- und steuerpflichtig und zunächst begrenzt auf 4 Kinder). Durch die Sozialversicherungspflicht erwirbt die erziehende Mutter oder der erziehende Vater einen eigenen Rentenanspruch. Das Kindergeld und evtl. der Kindesunterhalt bleiben unberührt und werden zusätzlich in vollem Umfang gewährt, genauso wie Einkünfte aus weiterer Berufstätigkeit, die nicht angerechnet werden. Berufstätige Eltern können somit das Erziehungsgehalt für die Fremdbetreuung ihrer Kinder verwenden = echte Wahlfreiheit.

B.  Ein Rechtsanspruch auf Wiedereinstieg in den Beruf nach der Kindererziehungszeit: Auch Arbeitgeber brauchen die nächste Generation von leistungsfähigen, kreativen und gesunden Mitarbeitern. Das Berufsleben umfasst heute ca. 50 Jahre und daher muss es möglich sein, für einige Jahre aus dem Beruf teils oder ganz auszusteigen, um Kinder zu erziehen. Die Akzeptanz der Kindererziehungszeit in der Arbeitswelt muss erhöht werden: Durch Teilzeitjobs, flexible Arbeitszeiten, Home-Office und E-Learning lassen sich Beruf und Familie miteinander vereinbaren - eben nicht gleichzeitig, sondern nacheinander.

C.  Eine Mindestrente von 1.100 Euro monatlich für alle Mütter und Väter, die in ihrem Haushalt mindestens 15 Jahre lang ein oder mehrere Kinder großgezogen haben. Diese Mindestrente gilt bereits in den Niederlanden für alle Rentner, daher sollte sie auch in Deutschland zumindest für die Eltern machbar sein. Gerade Eltern machen den Generationenvertrag überhaupt erst möglich und dürfen daher in der Rente nicht benachteiligt werden! (Die Mindestrente wurde inzwischen in den Niederlanden auf 1.300 Euro angehoben!)

D.  Eine systematische Vorbereitung der Eltern auf die Elternschaft: Die Kindererziehung ist eine äußerst komplexe Aufgabe, die sich ständig mit dem fortschreitendem Alter des Kindes verändert und Eltern vor immer neue Herausforderungen stellt. Daher ist es elementar wichtig, Eltern auf ihre Rolle systematisch vorzubereiten und während der Erziehungszeit zu unterstützen.

 Folgende Verbesserungen würden wir sofort erreichen:

  • Wesentlich höhere Qualität der Kindererziehung und mehr Gesundheit wie neuronale Stabilität der Kinder;
  • Mehr Zeit und Geld für Eltern, die den Kindern zugute kommen;
  • Echte Wahlfreiheit für Eltern: Familie und Beruf werden auch nacheinander möglich;
  • Wahrung des Rechts der Kinder auf die elterliche Fürsorge;
  • Weniger Stress und mehr Lebensqualität für alle;
  • Höheres Einkommen für Familien und dadurch mehr Konsum und Beschäftigung für alle;
  • Entlastung der öffentlichen Haushalte und der Sozialversicherungen;
  • Entspannung auf dem Arbeitsmarkt und Wiedereinstieg der Eltern in den Beruf nach der Kindererziehungszeit;
  • Gleichstellung von Mann und Frau bei vergleichbarer Lebensqualität;
  • Wesentlich mehr Zufriedenheit für alle...

 

“Pflege und Erziehung der Kinder
sind das natürliche Recht der Eltern
und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht” 

(Grundgesetz  Artikel 6  Absatz 2).

Doch wo es Pflichten gibt, muss es auch Rechte geben,
die es ermöglichen, dieser Pflicht nachzukommen.