Unsere Umfrage vom März 2017-Februar 2018 hieß:  Ihre Meinung zum Erziehungsgehalt

Durch die höhere Lebenserwartung arbeiten wir heute ca. 50 Jahre. Die Kindererziehung nimmt etwa 10-12 Jahre in Anspruch.
Somit wäre die Vereinbarkeit von Familie und  Beruf auch nacheinander denkbar.
Könnte ein Erziehungsgehalt und eine Garantie für die Rückkehr in das Berufsleben dem Wunsch auf eigene Kinder besser gerecht werden?

Genau das wollen wir mit unserer Umfrage erfahren.

Undd so haben Sie geantwortet:

 

Umfrage zum Thema “Erziehungsgehalt und Kinderbetreuung”  von März 2017 bis Februar 2018

Ergebnisse der Umfrage

Die Umfrage lief über unsere Homepage www.eltern-bestimmen-selbst.de im Zeitraum vom März 2018 bis Februar 2018.  Der Link wurde über das Internet, Facebook und verschiedene Foren für Eltern immer wieder geschickt und es wurde  persönliche Befragung von Eltern durchgeführt. Wir erhielten insgesamt 81 Antworten, von denen 11 nicht vollständig ausgefüllt waren. Obwohl die Anzahl sehr gering ist, lassen sich dennoch eindeutige Aussagen feststellen:

Die Frage 1. lautete: “Würden Sie als Mutter oder erziehender Vater ihre Kinder selbst zuhause betreuen, wenn Sie ein Erziehungsgehalt in Höhe von 1.800 Euro monatlich und ein Recht auf Rückkehr in den Beruf nach der Kindererziehungszeit hätten?

71 der Befragten antworteten JA ( 87,7 %) und 10 Befragte antworteten mit NEIN (12,3 %).

Frage 2: Angenommen, Sie könnten von Ihrem Erziehungsgehalt die Betreuung ihrer Kinder bezahlen und somit Ihrem Beruf nachgehen. Wie viele Wochenstunden (Wstd.) würden Sie dann als Mutter oder erziehender Vater arbeiten wollen?

Die Antwort war nach dem Alter der Kinder gestaffelt und ließ nur die Antworten 'UNTER' oder 'ÜBER' 20 Wochenstunden zu. Diesen Teil der Umfrage haben 11 Befragten nicht ausgefüllt., welches daran liegen könnte, dass dies im Vordruck nicht leicht zu Handhaben war. Interessnat ist jedoch, dass die meisten Befragten unter 20 Wochenstunden arbeiten wollten, nämlich insgesammt 81,14 % und nur 18,86 % der Befragten wollten über 20 Wochenstunden arbeiten – und das obwohl sich die Umfrage auf Kinder von 0 bis über15-Jährige erstreckte (s. Tabelle unten.)

Interessant werden allerdings diese Antworten erst, wenn wir die folglenden zwei Fragen (3 und 4) miteinbeziehen – s. unten.

Frage 3: Wieviele Kinder haben Sie?

Hier gaben 9 Befragte an, kein Kind zu haben, 21 Befragte haben 1 Kind, 42 Befragte haben 2  Kinder, 3 Befragte haben 3 Kinder und 1 Befragte/r  hat 4 Kinder.

Frage 4: Wie alt sind Ihre Kinder?

Die Befragten gaben an, insgesamt 128 Kinder im Alter von 3 bis 24 Jahren zu haben. Eltern mit Kindern zwischen 0 und 2 Jahren haben sich an der Umfrage nicht beteiligt - Vielleicht beschäftigt diese Altersgruppe die Eltern zu sehr...?
Die Befragten hatten im einzelnen insgesamt 12 dreijährige Kinder, 39 Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren, 35 Kinder im Grundschulalter, 37 Kinder im Alter von 11 bis 15 Jahren und 5 Kinder über 15 Jahre. Auffallend war, dass diejenigen Befragten, die Kleinkinder gegenwärtig betreuten, überwiegend unter 20 Wochenstunden arbeiten wollten, während Kinderlose und diejenige, die wesentlich jüngere oder wesentlich ältere Kinder hatten, eher dazu neigten, den Zeitaufwand der Kinderbetreuung zu unterschätzen. Andererseits wünschten sich selbst vier Kinderlose erst ab dem siebten Lebensjahr mehr als 20 Wochenstunden zu arbeiten.

Tabelle zur Frage 2: Wieviele Wochenstunden möchten Sie arbeiten:

Bei

unter 20 WStd.

über 20 WStd.

a) Kindern unter 1 Jahr

70 Befragte / 100 %
(alle die geantwortet haben)

0

b) bei 1 bis 3jährigen 

60 Befragte / 85,7 %

 

10 Befragte / 14,3 %

c) bei 4 bis 6jährigen

60 Befragte / 85,7 %

 

10 Befragte / 14,3 %

d) bei Grundschulkindern

52 Befragte / 74,2 %

18 Befragte / 25,7 %

e) bei 10 bis 15jährigen

42 Befragte / 60,0 %

28 Befragte / 40,0 %

 

 

Insgesamt

 

284 Befragte  /  81,14 %

 

66 Befragte  /  18,86 %

Frage 5: Fühlen Sie sich als Mutter oder erziehender Vater – gegenüber Kinderlosen finanziell benachteiligt?

Zu berücksichtigen gilt, dass sich die finanzielle Benachteiligung erst im fortgeschrittenen Alter der Kinder zeigt und in der Rente der Eltern noch einmal verstärkt wird, so dass jüngere Eltern noch relativ optimistisch sein können. Dennoch  antworteten alle Befragten bis auf einen mit JA (98,77 %), das einzige Nein kam von einem Kinderlosenr (1,23 %). Damit brachten die Befragten deutlich eine finanzielle Benachteiligung zum Ausdruck.

Frage 6: Wenn Sie noch keine Kinder haben, sind es dann überwiegend finanzielle Gründe, die Sie bisher abgehalten haben, Kinder zu bekommen?

Auf diese Frage haben erstaunlicherweise alle Befragte geantwortet, obwohl diese nur an Kinderlose gerichtet war. Offensichtlich gab es auch bei Eltern den Wunsch nach weiteren Kindern, der aus finanziellen Gründen nicht in Erfüllung ging, oder die Eltern haben sich über einen bestimmten Zeitraum Kinder gewünscht und diesen Wunsch aus finaziellen Gründen erst später verwirklicht.

Insgesamt antworteten 62 Befragte mit  JA (also benachteiligt), das sind 76,5 % (darunter 7 Kinderlose) und 19 Befragte mit NEIN (nicht benachteiligt), das sind 23,5 % (darunter 2 Kinderlose).

Diese Problematik ist jedoch durch die finazielle Frage allein nicht so leicht zu erfassen, denn es spielen auch weitere Aspekte eine wichtige Rolle wie eine stabile Parterschaft, persönliche Freiheit und Entfaltung, der berufliche Aufstieg, Unabhängigkeit, Mobilität etc. Für viele interessante Tätigkeiten, die z. Bsp. mit häufigen Reisen verbunden sind, bedeutet ein Kind für den betreuenden Partner das Aus.

Tatsächlich werden viele Mütter nach ihrer Rückkehr in das Berufsleben auf weniger attraktive Tätigkeiten zurückgestuft. Um hier also zu einem genaueren Ergebniss zu kommen, müssten diese Aspekte mit berücksichtigt werden.  

Dennoch lässt sich feststellen, dass es den Befragten ziemlich klar ist, dass Kinder mit einer finanziellen Benachteiligung einhergehen.

Anmerkungen:

- Sofern es den Antworten zu entnehmen war, haben überwiegend Mütter geantwortet. Dies war in 68 Fällen (von 81) feststellbar.

- Die Ja/Nein antworten wurden mit einem voreingestellten NEIN vorgegeben und mussten bei positiver Antwort auf das JA umgeklickt werden.

 

Fazit:

Insgesamt zeigt sich, dass es keinesfalls eine freie Entscheidung der Eltern ist, arbeiten zu gehen und ihre Kinder fremdbetreuen zu lassen, sondern es ist eine finanzielle Notwendigkeit und der Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit. Hätten Eltern eine wirkliche Entscheidungsfreiheit, so würden sie ihre Kinder vorwiegend selbst betreuen und erst mit dem zunehmenden Alter ab ca. 6 bis 10 Jahren einer Erwerbstätigkeit nachgehen, oft dann auch nur in Teilzeit. Ebenfalls der Trend, aus finanziellen Gründen auf Kinder zu verzichten, ist in der Umfrage deutlich erkennbar.

Das Erziehungsgehalt würde den Eltern ermöglichen, ihre Kinder selbst zu betreuuen, würde dies aber nicht erzwingen, denn das Erziehungsgehalt kann auch für eine Fremdbetreuung verwendet werden. Die freie Wahl der Betreuungsform würde den Eltern mehr Zufriedenheit, Gesundheit und Lebensqualität schenken und somit zur Harmonie in der Familie beitragen. Davon würde die ganze Gesellschaft profitieren.

Wir plädieren daher für eine möglichst schnelle Einführung des Erziehungsgehalts für Mütter bzw. erziehende Väter.